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15.15-16.00 |
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Inge Baxmann: "Die Resakralisierung des politischen Raums in der
Moderne. Inszenierung des Kollektivkörpers zwischen Massenmedien und
Liturgie"
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Moderne kommunitäre Strategien im Europa des frühen 20. Jahrhunderts erhoben den
Körper zum Schlüsselsymbol einer sozialen bzw. nationalen "Regeneration", die Ängste
abwehrt und kollektive Sehnsüchte synthetisiert. Neue politische Kommunikations- und
Verhaltensstile materialisierten sich in einem neuen Verständnis des politischen Raums,
v.a. in den Inszenierungen des Kollektivkörpers bei politischen Massenveranstaltungen.
Dabei verbanden sich kultische und liturgische Formen mit modernen Massenmedien wie Film
und Radio. Die kulturelle Energie, die in diesen kommunitären Strategien gebunden ist,
bildet eine Tiefenstruktur moderner Sensibilität, die sich quer durch die verschiedensten
Lebensphilosophien, künstlerischen und politischen Bewegungen Europas zieht.
In den nationalsozialistischen Inszenierungen des Kollektivkörpers kulminieren die kommunitären Träume der Moderne: der Kollektivkörper wurde zum Erlebnis, ekstatische Gemeinschaftlichkeit im politischen Raum erfahrbar. Die damit aufgeworfenen Fragen sind bis heute relevant: so die Frage nach Metamorphosen des Sakralen in der Moderne bzw. Postmoderne,
nach der Rolle des Unbewußten, des Körpers und der Sinne für das Politische.
Inge Baxmann, PD Dr. phil., Honorar- und außerplanmäßige Professorin an der Fakultät für Kulturwissenschaft der HU Berlin,
Publikationen u.a: "Die Gesinnung ins Schwingen bringen. Tanz als Metasprache und Gesellschaftsutopie",
in: Gumbrecht/ Pfeiffer (Hrsg.): Die Materialität der Kommunikation, Frankfurt a.M. 1993,
"Das Sakrale im Rahmen einer Kulturanthropologie der Moderne: das Collège de Sociologie", in: B. Dotzler (Hg.): Wahrnehmung und Geschichte, Berlin 1995;
Mythos: Gemeinschaft. Körper- und Tanzkulturen in der Moderne, München 2000,
Das Laokoon-Paradigma. Zeichenregime im 18. Jahrhundert, Hg. Inge Baxmann, Michael Franz, Wolfgang Schäffner, Berlin 2000.
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