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12.00-13.45 |
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Florian Schaeffler: Feldenkrais-Einzelbehandlungen
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FELDENKRAIS - FUNKTIONALE INTEGRATION
Die Einzelbehandlung nach Feldenkrais, auch Funktionale Integration genannt,
ist keine Behandlung im Sinne einer medizinischen Therapie. Sie ist eine Lernmethode,
die sich auf Propriozeption gründet, die Fähigkeit des Menschen seinen eigenen Körper wahrzunehmen.
Funktionale Integration schafft einen Kontext, in dem Lernen stattfindet, Lernen in einem sehr
ursprünglichen Sinne, präverbal, auf die Fähigkeit des menschlichen Nervensystems bezogen,
Bewegungsmuster zu erzeugen, bzw. diese zu verändern. Der Kontakt zweier Körper ermöglicht
einen direkten Informationsaustausch zwischen zwei Nervensystemen. Dies wird in der Funktionalen
Integration bewußt eingesetzt, um Veränderung grundlegender Bewegungsmuster zu bewirken.
Wenn Sie einen Menschen an seinem Gang erkennen, dann aufgrund eines für diesen
Menschen typischen Bewegungsmusters. Nicht ein Detail ist dafür entscheidend, auch nicht viele Details,
sondern die charakteristische Beziehung der Einzelteile zueinander. Das Ganze ist mehr als die
bloße Summe seiner Einzelteile. Das Haus ist mehr als eine Ansammlung von Baumaterial.
Der Gang eines Menschen ist mehr als die Summe aller beobachtbarer Details. Auch die Wahrnehmung
eigener Bewegungsmuster als etwas Ganzes ist selbstverständlich und notwendig.
"Ich gehe" ist ein Gefühl, ein Eindruck, ein Bild von etwas Ganzem, keine Analyse feinster Muskel-,
Sehnen-, Knochenbewegung, usw.
Menschliches Verhalten basiert auf Bewegungsmustern,
die im individuellen Verlauf eines Lebens gebildet und verändert werden.
Einige grundlegende Bewegungsmuster scheinen angelegt, wie zB. Kriechen, Krabbeln,
aufrechter Gang. Andere hingegen sind einfach nur möglich wie zB. Klavierspielen.
Erstere werden im "Normalfall" verwirklicht, d.h. ihr Nichtauftauchen gilt als
auffällig. So lernt wohl jedes Kind auf dieser Welt laufen, auch ohne fremde Hilfe.
Ist dies nicht der Fall, muß eine gravierende Störung vorliegen. Zweitere werden nur durch
gezieltes Daraufhinarbeiten verwirklicht und ihr Auftauchen gilt u.U. als auffällig.
Nahezu alle Bewegungsmuster müssen erlernt werden, unabhängig davon in welchem Maße
sie angelegt sind. Bestimmte Bewegungsmuster bilden die Basis auf der andere Bewegungsmuster
entstehen. So gibt es beispielsweise einen Zusammenhang zwischen Kriechen, Krabbeln und Gehen.
Ein anderer, ungleich radikalerer Zusammenhang: Sprechen und Denken ist ohne den Vorgang der Atmens
nicht vorstellbar. Aber auch die Atmung ist ein Bewegungsmuster, das teilweise erlernt ist.
Die Feldenkraisarbeit sucht Zugang zu grundlegenden Bewegungsmustern, zu einem
Neu- und Umlernen an der Basis menschlichen Verhaltens. Die Auswirkungen sind nicht immer
verbalisierbar und von Mensch zu Mensch verschieden. Nicht eine Bewertung von Bewegungsmustern nach
"richtig" und "falsch" ist der Ausgangspunkt, sondern die Erkundung von Variationen, gleichsam
also eine Verbreiterung der Basis, auf der alltägliches Leben stattfindet.
Die Behandlungssituation
Die Behandlung dauert zwischen 30 und 50 min. Die/der Behandelte liegt dazu auf einer niedrigen Liege.
Sie/er wird dann von mir bewegt, langsam durch Bewegungsmuster geleitet, die zunehmend komplexer werden.
Die einzige Aufgabe des/der Behandelten ist es, bewußt zu spüren und die Auswirkungen der passiv erlebten
Bewegungen wahrzunehmen. Nach dem Ende der Behandlung folgt der Transfer ins "aufrechte Dasein" mit
wieder nach außen gerichteter Aufmerksamkeit.
Wie spüre ich mein Stehen, Gehen, usw.? Wie nehme ich den Raum um mich wahr? Wie die
Bestandteile meiner Umwelt? Oft erleben Menschen sich als leichter, ausgerichteter,
gleichzeitig sicherer auf dem Boden. Meist erzeugt eine vertiefte Atmung ein Gefühl des Erfrischtseins.
Manchmal haben Menschen eine veränderte Raumwahrnehmung.
Achten Sie auf jegliche wahrnehmbare Veränderung ihrer subjektiven Realität und geben
Sie Veränderungen eine Chance, indem Sie sie nicht beurteilen!
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